Donnerstag, 22. September 2005 13:44
Eine Spende von 4160 Euro für die Diakonie-Katastrophenhilfe überreichte beim Abend der Begegnung der Diakonie Carsten Höfinghof, Präsidiumsmitglied des Deutschen Cricket Bundes. Diese Finanzhilfe für Tsunami-Geschädigte nahm Rixte Eckhard, Vorsitzende der Diakonischen Konferenz, dankend entgegen. Überreicht wurden ein Mini-Bat und ein Cricketball.
Die Spender könnten auch dank erfahrener Hilfsorganisationen fest davon ausgehen, dass ihre Spenden von mehr als 1,2 Millionen Euro im Rahmen der NordWestZeitung-Spendenaktion für Seebebenopfer bei den betroffenen Menschen in den Katastrophen-Gebieten ankommen. Darauf hat gestern beim 21. Abend der Begegnung des Diakonischen Werks Oldenburg Christina Rau hingewiesen.
Die Sonderbeauftragte des Bundeskanzlers für die „Partnerschaftsinitiative Fluthilfe“ lobte auch die Arbeit der Partnerorganisationen der Nordwest-Zeitung bei der Umsetzung der Spendenaktion – wie Diakonisches Werk, Oldenburger Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes, Unicef und der Hilfsorganisation „Sunils Friends“. Über den Aufbau der Seemannsschule in Sri Lanka, die Soforthilfe für kinderreiche Familien und die Kindertagesstätte in Sri Lanka sowie den Schulbau in Indonesien würden die Leser regelmäßig informiert, sagte Rau.
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Die Partnerschaftsinitiative Fluthilfe sei seit ihrer Gründung unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe durch Bundeskanzler Gerhard Schröder von mehr als 1300 Hilfeanbietern aus ganz Deutschland konsultiert worden. Die Service-Stelle der Initiative arbeite bei Umsetzung von Projekten eng mit dem Arbeitsstab im Auswärtigen Amt und mit eigens geschaffenen Partnerschaftsbüros an den deutschen Botschaften in den betroffenen Ländern zusammen. Mittlerweile seien 280 Wiederaufbaupartnerschaften angelaufen.
Kritisch werde von Spendern zum Teil hinterfragt, wieso die Umsetzung der Hilfsprojekte viele Monate dauere. Das müsse jedoch wegen des Ausmaßes der Katastrophe nicht verwundern. Zunächst hätten vor Ort die richtigen Ansprechpartner gesucht werden müssen. Außerdem sei durch die am schwersten betroffenen Länder Indonesien und Sri Lanka entschieden worden, zunächst nationale Wiederaufbaupläne zu erstellen.
Die Leitlinie bei den Hilfsaktionen sei von Anfang an „Qualität geht vor Schnelligkeit“ gewesen, betonte Rau.
Mit dem Besuch Raus beim Abend der Begegnung werde auch das Vertrauen aller, die sich unter anderem in der Spendenaktion der Nordwest-Zeitung finanziell engagiert hätten, gewürdigt, sagte der Bischof von Oldenburg, Peter Krug. Die Solidarität der Menschen, einander in der Not zu helfen, werde dadurch für die Zukunft gefestigt.
Die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger des Oldenburger Landes bezeichnete Wolfgang Bartels, Vorstand Diakonisches Werk Oldenburg, als „großartig“. Denn neben enormen Spendensummen u.a. für die NWZ-Aktion und die Aktion der Diakonie habe das Evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ zeitgleich 650 000 Euro Spenden erhalten. Die Sepndenübergabe des Deutschen Cricket Bundes an diesem Abend sei ein weiterer Beweis für die grenzenüberschreitende Hilfsbereitschaft der Spender.
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Bischof Krug und Rixte Eckhard lobten ausdrücklich die Initiative des DCB und dessen Engagement. “Unser Dank gilt den Cricketern in Deutschland. Ihre vorbildliche Aktion macht Mut und soll zugleich Antrieb sein, weiterhin Verantwortung und Respekt zu fördern”, betonte Krug.
Höfinghoff durfte als Vorredner von Frau Rau die Motivationen des Deutschen Cricket Bundes vorstellen. In den anknüpfenden Gesprächen fand die Initiative viel Beachtung.
Auszüge der Rede Höfinghoffs:
“Cricket war stets ein Sport des gegenseitigen Respekts, der Anerkennung der Persönlichkeit und der Toleranz. Arbeiter spielten mit Aristokraten und Bürgerlichen. Juden mit Christen und Afrikaner mit Europäern. Ein so ausdrücklich multiethnisches Programm war im Deutschland der 30er und 40er Jahre unwillkommen. Cricket überlebte den Nationalsozialismus nicht.”…
“Heute verdanken wir den asiatischen Einwanderern und Gästen in Deutschland unseren vermeintlich elitären Sport. Mit gut zwei Dritteln stellen Sri Lankis, Inder und Pakistaner Mitglieder in Mannschaften der DCB-Liga. Sie bereichern uns mit Ihrer Sicht der Welt, zeigen uns ihre Tüchtigkeit und verwöhnen nicht zuletzt auch unsere Gaumen.”…
“Der Tsunami hat jeden Cricketer in Deutschland berührt. Jeder Cricketer hatte Tote und Verletzte in seinem Freundes- und Familienkreis zu beklagen. Auch hier in Oldenburg.”…
“Mit unserer bescheidenen Spende möchten wir unseren Freunden am Indischen Ozean etwas von Ihrem großen Geschenk an uns zurückgeben, – Fußballfans mögen mir an dieser Stelle verzeihen – dem schönsten Sport der Welt.”